Caracas

Seit einer Woche sind wir nun schon auf der Isla Margarita, erkunden die Strände und Buchten und genießen die Unabhängigkeit, die wir mit unserem leih-Roller haben. Aber der Reihe nach...
Nachdem wir Cracas mit dem Flugzeug erreicht haben, entledigten wir uns erst einmal der überflüssigen Kleidung. Zwar regnete es ein wenig, die Hitze aber waren wir vom kalten Deutschland jedoch nicht mehr gewohnt. Mit dem Bus ging es in die City, es wurde bereits Nacht, die Mahnungen, Caracas sei ein unsicheres Pflaster beherzigten wir, steuerten gleich das nächstgelegene Hotel Renovacion an und streckten alle viere von uns. Wir waren total erledigt. Vom 6. Stock unseres Hotelzimmers vernahmen wir etliche Schüsse, Detonationen, von denen wir nicht ausmachen konnten, ob es sich um Nachwehen der Sylvesternacht handelten. Uns war es egal, wir schliefen wie die Murmeltiere und erwachten mit Morgengrauen im Zentrum der Metropole.



 

Am nächsten Tag war Sightseeing angesagt. Keines Falles wollte Silke und ich auf eine elektrische Kochplatte verzichten. Sie hat uns bereits in Mittelamerika gute Dienste geleistet, kulinarisch wären wir damit wieder unabhängig. Doch so leicht wurden wir nciht fündig, selbst im überdimensionalen Einkaufszentrum Sambil Caracas war nichts derartiges aufzutreiben. In einem Kaufhaus wurden wir dann fündig, einen zweiflammigen Kocher nennen wir ab jetzt unser eigen.

Schnell wird klar, was Venezuela im Überfluss hat: Gasolina! Hier fahren sie noch, die US-Boliden, die selbst in ihrem Herkunfstland in die Schrottpresse gerieten. Der Verbrauch eines Autos spielt keine Rolle, für 500 Bolivares (umgerechnet ca. 20 US-Cents!) können wir unseren Roller auf der Isla volltanken. Das sind Verhältnisse, eine Flasche Wasser kostet 1500 Bolivares!

Caracas macht auf uns einen erbärmlichen Eindruck. Mit Ausnahme der Einkaufscentren schaut die Hauptstadt Venezuelas ziemlich heruntergekommen aus. Die Fassaden scheinen noch nie einen Anstrich bekommen zu haben, an allen Strassenecken türmen sich Berge von Müll, Bettler und Obdachlose trifft man zuhauf. Trotzdem fühlen wir uns sicher und dementieren vielen Reiseberichten zum Trotz die Venezulanis seien ein unfreundliches Volk. Darin hat sich auch nach einer Woche Aufenthalt noch nichts geändert.

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