Sian Ka'an

Nach stundenlanger Irrfahrt haben wir endlich die Abzweigung zum Nationalpark Sian Ka'an gefunden. Eine unscheinbare Schotterstrasse führte von der Hauptstrasse ab zum Schlagbaum der Nationalparkstation. 20 Pesos Eintritt pro Person sollten uns zu Jaguaren, Krokodilen und seltenen Vogelarten führen. Mit Ausnahme einer kleinen Schildkröte und vielen Roadrunners (Speedy Gonzales, Christian's liebster Vogel, da er alle Schlangen frisst!) sollte uns auf der Hinfahrt zum verlassenen Ort Vigia Chico nichts begegnen. Millionen von Stechmücken überfielen uns auf dem Weg dorthin und hinderten uns, die Kulisse des Urwalds links und rechts des extrem schlechten Weges auf uns wirken zu lassen. Endlich im angeprießenen Ort Vigia Chico angekommen, waren wir enttäuscht, der Reiseführer sprach von einem interessanten Spaziergang durch das verlassene Dorf. Ein paar Gemäuer, ein fast intaktes Haus ohne Dach blieben zurück von dem im Jahr 1988 durch einen Hurrikan zerstörten Geisterdorf. Diesen Ort hat scheinbar vor uns lange keiner mehr besucht, keine Spuren waren zu sehen, irgendwie war es an dieser Stelle für uns unheimlich. Der noch intakte Leuchtturm war das Highlight, er ermöglichte uns einen Ausblick auf die Weite des Nationalparks, dessen Grenzen wir von dort oben nicht ausmachen konnten. Während wir dort oben saßen, wurde uns schnell bewußt, welche Einnahmequelle dieses Dorf einmal gehabt haben muss. Tausende von Krebsen tummelten sich auf dem Boden unter uns, ein reges Treiben kleinerer bis riesiger Krebse bot sich für uns als ein echtes Naturschauspiel. Am Boden angekommen entdeckten wir die Löcher, in denen sich die scheuen aber doch sehr neugierigen Tiere verkriechen. Da es auch größere Löcher gab, die eine dickere Beute für uns versprachen, begann Silke sofort damit, nach dem Festbraten zu graben. Leider mussten wir aber feststellen, dass der Boden lediglich eine Stärke von 30 bis 40 Zentimeter maß, die Tiere unbekümmert unserer kulinarischen Gelüste unterirdisch ins Meer abtauchten!

Auf dem Weg zurück dann aber doch ein paar interessante Stops. War es ein kleiner Weißrüsselbär, oder ein riesiger Affe oder sonst ein Getier, das wir auf die Distanz nicht ausmachen konnten. Auch eine Schlange war Schuld an einem abrupten Stopp! Wo war Speedy in diesem Moment!!

Gut, das Auto konnten wir auf diese Weise ausgiebig testen, schlechtere Wegeverhältnisse denken wir nicht auf unserer Reise befahren zu müssen. Trotzdem waren wir froh, als wir unbeschadet die Hauptstrasse nach Tulum erreichten.

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