Holbox

Von vielen Urlaubern als Paradies von Yucatán gelobt, machten wir uns auf den Weg zur Halbinsel Holbox, die ganz im Osten des Festlandes liegt. Traumhafte Strände sollten hier auf uns warten, Vogelparadiese und eine faszinierende Tierwelt wollten von uns entdeckt werden. Da wir die Papiere des Autos noch nicht hatten, entschlossen wir uns kurzfristig, unsere Unterkunft bei Inge und Wolfgang in Playa del Carmen zu verlassen und für eine Woche nach Holbox zu fahren. Die Insel liegt ca. 200 Kilometer von Playa entfernt, den Weg nahmen wir über Cancún und weiter die D 180 zum Ort El Ideal, der uns durch die Mangrovensümpfe direkt an den Küstenort Chiquilá führen sollte. Wir erreichten den Küstenort erst gegen 19 Uhr abends, die letzte Fähre hat den Hafen bereits verlassen, viele geschäftstüchtige Mexikaner stellten ihren Dienst zur Verfügung, uns mit ihrem Privatboot auf die Insel zu bringen. Aber was sollten wir mit unserem Auto machen? Das Auto kann man in Chiquilá für 30 Pesos am Tag unterstellen, die Überfahrt wäre für 40 Pesos pro Person möglich gewesen. Wir schauten uns an und sahen in unseren "Kofferraum" unseres Jeeps, wir hatten keine große Lust mehr, das Auto zu entleeren und mit Sack und Pack auf einem kleinem Fischerboot die Insel anzusteuern. Die Nacht brach herein, endlich sagte uns einer der Männer am Hafen, dass am nächsten Tag um 8 Uhr morgens eine Fähre LKW's auf die Insel verladen würde. So standen wir am Hafen und überlegten, ob wir die Nacht auf dem Kai im Auto verbringen sollten oder den langen Weg zurück nach Cancún nehmen sollten, um uns dort eine Unterkunft für die Nacht zu nehmen. Wir entschlossen uns, im Auto zu übernachten! Was für eine Nacht! Schnell hat sich herumgesprochen, dass Touristen auf dem Kai sind, gesellten sich 2 Mexikaner mit ihrem Auto zu uns, feierten bis spät in die Nacht, spielten Silkes Lieblingsmusik und schwärmten vom Deutschen Fussball. Als beide vom Alkohol gezeichnet waren und keine vernünftige Kommunikation mehr möglich war, bat Christian die beiden Fischer, uns in Ruhe die Nacht vebringen zu lassen, Gott sei Dank, wir konnten uns noch ein paar Stunden ausruhen, ehe der Lärm des morgendlichen Hafens einsetzte.

Die Fähre setzte pünktlich ab, wir erreichten Holbox gegen 9 Uhr morgens, der Regen und Gewitter der letzten Tage setzten dem Hauptort sichtlich zu, die Sandstrassen waren überflutet, wir wunderten uns, dass wir die einzigen Touristen mit dem eigenen Auto auf der Insel waren. Elektromobile wurden hier vermietet, die aber aufgrund der starken Regenfälle der letzten Tage nicht mehr fahren konnten. Auf der Suche nach einem geeigneten Hotel oder einer Person fragte uns der Besitzer, wo wir denn das Auto gemietet hätten, es sei überhaupt nicht möglich mit dem eigenen Auto die Insel anzusteuern!!

Der Regen ließ nicht nach, endlich hatten wir eine schöne Unterkunft gefunden, es goß wie aus Kübeln, ein Gewitter nach dem anderen. Die "Stadt" füllte sich mit immer mehr Regenwasser, Hunde schwommen von einer Strassenecke zur anderen, Sandsäcke wurden vor den Eingängen der Häuser deponiert, der Wasserstand maß an einigen Stellen fast einen Meter! So genossen wir die Tage in unserem eigenen Häuschen mit Strohdach, das zum Glück dicht gehalten hat.

Wir machten uns Sorgen darüber, die andere Seite der Insel zum sicheren Hafen und dem Anlegesteg der Fähre nicht mehr schadlos zu erreichen, so entschlossen wir uns am 3. Tag, unsere Sachen wieder zu packen und zurück nach Playa del Carmen zu fahren, zudem sollten wir in dieser Woche ja alle Unterlagen und Papiere für unser Auto zur Weiterreise bekommen.

Das Auto versank bis zu den Scheinwerfern in den Wasserfluten, mit Herzklopfen und quietschendem Keilriemen erreichten wir den rettenden Hafen! Good Bye Holbox, das war wohl nix! Trotz des Regens unternahmen wir aber viele Strandspaziergänge und umrundeten zumindest eine Seite der Insel, auf der wir unsere Ruhe fanden.

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