Honduras

Honduras
7.08.

Von Guatemala City verabschiedeten wir uns schnell, unsere neuen Bekannten Arianna, Pablo und Perrucho haben uns die Stadt zwar von Ihrer schönen Seite gezeigt, einen längeren Aufenthalt aber hatten wir nicht geplant. So führte uns die Strasse nach Puerto Barrios, dem Atlantik-Hafen von Guatemala, um am nächsten Tag die Reise nach Honduras fortzusetzten. Die Strasse führte uns entlang der größten Bananenplantage von Guatemala, ein Fluss trennt die beiden Staaten Guatemala und Honduras.
Dann erstmalig Grenzprobleme: Der Zöllner wollte unsere Wagenpapiere nicht anerkennen und interpretierte unseren Fahrzeugschein falsch. Ein amerikanisches Pärchen mit sehr guten Spanisch-Kenntnissen half uns, dem Zöllner unsere vielen Papiere der Mexikaner zu übersetzen, einer Weiterreise stand somit nichts im Weg. Aber: Der Grenzort hatte schon seit Tagen keinen Strom, die notwendigen Kopien konnten nicht gemacht werden. Also zurück an die Guatemaltekische Grenze, dort neben Fahrzeugschein, Ausweisen und dem Permit von Honduras alles kopiert, zurück zum Grenzhäuschen Honduras, es wurde langsam Nacht!
Der Grenzort El Cinchal wird derzeit vergrößert, die Grenze soll in der Zukunft 24 Stunden passierbar sein. Der Grenzer gab uns noch eine Skizze, wie wir aus dem Geflecht von alten und neuen Strassen schnellstmöglich die neue Asphaltstrasse Richtung Puerto Cortes finden würden. Entlang an kleinen Häusern und Pulperias, wie die kleinen Geschäfte hier heißen fanden wir dennoch bald die neu gebaute Strasse, die in der Zukunft mehr Touristen und auch Waren aus Guatemala bringen sollte.
Noch in der Nacht erreichten wir den Karibikort Omoa, in dem der Schweizer Roli einen Traveller-Point etabliert hat. Zu den gewöhnlichen Hängemattenlagern hat er erst kürzlich 3 neue Bungalows gebaut, alles sehr sauber, absolut schweizer Standard und Bilder von der Heimat zieren die Zimmer von Roli's Point. Er bäckt selber Brot und Zopf und hält mit seiner Freundin die Anlage in Schuss. Den nächsten Abend nutzten wir, mit ihm ins Gespräch zu kommen und lauschten seinen Erfahrungen mit diesem Land und seinen Gästen. Er würde auch gerne nocheinmal auf Reise gehen, mit seinem Toyota Pickup fuhr er um die ganze Welt, er blieb vor 10 Jahren auf diesem Platz hängen. Warum, weiß er selber nicht, er kritisiert vielleicht auch zurecht die Einstellung vieler Reisenden.
Am Abend lernten wir Illona aus Köln kennen, die mit ihrem Freund das Resturant Romantica führt, auch sie erzählt einige Schoten über Land und Leute und die Entbehrungen einer solchen Entscheidung. Sie warnt uns vor der Weiterreise, es wäre sehr gefährlich, täglich erreichen die Schreckensmeldungen von zahllosen erschossenen Opfern, darunter auch viele Touristen das TV-Programm, uns wird mulmig im Gedanken. Zurück bei Roli werden wir von seinen Schilderungen motiviert und am nächsten Tag geht es mit gestärktem Selbstbewußtsein an den Start.
Die Strassen sind wider Erwarten in einem hervorragenden Zustand, die Landschaft gleicht dem des Oberengadins, vorbei an riesigen Seen und einer bezaubernden Berglandschaft geht es zur Hauptstadt Tegucigalpa. Da Sonntag ist, haben keine Geschäfte geöffnet, wir entschließen uns, den Pazifikort El Triunfo anzufahren, in dem wir uns ein Quartier für die Nacht suchen wollen. An einer Esso-Tankstelle kurz vor der Grenze stärken wir uns ehe die Weiterfahrt jäh von einem Wahnsinns-Gewitter gestoppt wird. Total entkräftet erreichen wir Nachts die Grenze zu Nicaragua. Keine Pension, kein Hotel, einfach nichts. Es blieb uns nichts anderes übrig, als auf einer Tankstelle zu übernachten, neben vielen LKW-Fahrern. Einer war aus Guatemala und erklärte uns gleich die Grenzformalitäten für den nächsten Tag. Wieder eine Nacht im Jeep. Es gibt komfortableres!!

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