Tikal

Ja, was sollen wir sagen. Tikal gestaltete sich für uns als absolutes Highlight unser bisherigen Reise. Kurz nach 3 Uhr passierten wir den Grenzbaum des Nationalparkes und hatten somit das Permit für den nächsten Tag. Das Hotel Jaguar Inn wurde uns vielfach empfohlen, doch dem Zimmerpreis wollten wir nicht zustimmen, so fand das Lidl-Zelt erstmalig seinen Platz auf unserer Holzplatte auf dem Dach. Als das Zelt stand und Silke sich bereits für die Nacht einrichtete, marschierten wir los in Richtung der Pyramiden, empfangen von einem unendlich tierreichen Urwaldes. Nach wenigen Minuten erreichten wir bereits die ersten der sagenumwobenen Monumenten der einstigen Maya-Kultur, menschenleer und in der Abendsonne genossen wir die atemberaubenden Eindrücke der Bauwerke und Wegführungen durch den gigantischen Urwald. Schnell erklommen wir eine der vielen Pyramiden und ließen den Eindruck der unberühmten Natur und des Nationalparkes auf uns wirken. Der einsetzende Lärm der Tierwelt und der hier lebenden Brüllaffen ließ uns das Blut in den Adern stocken, es sollte noch schlimmer kommen!!
Mit weiteren Travellern aus Schweden und Australien genossen wir den anstehenden Sunset und die Mystik der einst 50.000 Einwohner zählenden Kulturstätte.
Ehe die Nacht hereinbrach, duschten wir uns und nahmen auf der Terasse des Jaguar Inns Platz auf ein Bierchen. Plötzlich war Silkes Gesicht blutleer und zutiefst entsetzt. Präsentierte doch einer der Parkwächter zur Belustigung der anwesenden Amerikaner eine riesige Tarantel, die er gerade im Vorgarten des Hotels gefunden hatte auf einem Holzbrett. Silke war ausser sich, ich habe die Schnauze voll, gehört diese Spezies an Tieren doch zu den Favoriten, denen sie niemals begegnen wollte. Das verstörte Viech aber hatte mehr Angst als die kreischende Menge, die Wärter lachten und betonten, wie nützlich diese doch sind, endlich schenkten sie ihr wieder die Freiheit. Christian stellte aber trotzdem vorsorglich die Frage, ob diese auch Autos erklimmen würden....
Der Abend gestaltet sich als kulinarisches Highlight: zwei Carne de Res (Rindfleisch), mit Reis, Kartoffel und Salat, dazu frische Tortillas mit einer phantastischen Salsa-Soße für umgerechnet 5,50 US-$ wurden uns serviert, pünktlich um 9 Uhr abends der Strom abgeschalten. Ein Wächter begleitete uns zu unserem Jeep, auf dem unser Zelt für die Nacht wartete. So nun kam Silkes beste Nacht. Die Affen verstärkten ihre Laute, ein Brüllkonzert vom feinsten wurde uns hier geliefert, sie war wirklich fertig mit den nerven, während Christian ruhig schlief und die Hilferufe von Silke nicht sonderlich ernst nahm! Mit dem Morgengrauen verstummten die Stimmen und die Furcht wich der Neugier an den weiteren Pyraiden, die wir Tags zuvor nicht erklimmen konnten. Gestärkt von einer Tasse Cappuchino und einer kleinen Brotzeit schritten wir wiederholt in das Areal der vielen Bauwerke dieses Nationalparkes. Und siehe da, wir hatten Glück und bekamen einige der Brüllaffen zu Gesicht. So im Hellen sind sie weniger furcheinflößend, ja eher belustigend anzusehen, wie sie sich in den Bäumen fortbewegen und tummeln. An diesem Tag schafften viele Touristenbüros massenhaft Touristen nach Tikal, die einstig größte Maya-Siedlung verwandelte sich in einen Tummelplatz. Schade!
Nach einer stärkenden Brotzeit nahmen wir unser nächstes Ziel, Cobán in Angriff.

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