Der Pazifik

Schnell waren wir vom Atitlán See nach San Jose am Pazifik gekommen. Der Pazifik wollte sich auch nach weiteren Kilometern nicht zeigen. Die Fahrt entlang des Pazifiks aber war wieder abenteuerlicher, als wir uns das vorstellten. Eine kleine Fähre brachte uns über einen Fluss, an dessen Ufer die Strasse nach Monterico führte. Wieder setzte der uns seit Wochen begleitende Regen ein, hier noch stärker empfunden als im Norden des Landes.

Dann das Highlight der Strecke. Dass wir beide absolute Garnelen-Feinschmecker sind, dürfte nun jedem klar sein. In einer Dreckpfütze standen zwei Jungs, die dort irgend etwas waschten. Als wir den beiden näher kamen sahen wir in einen blauen Container, voll mit Camarones, wie sie hier heißen. Schnell fragte Silke, was die beiden denn für ein Kilo haben möchten. Bei einem Preis von lediglich 2 Dollar das Kilo füllten wir gleich zwei unserer Vorratsdosen! Es sollte noch besser kommen!


 

Endlich in Monterico angekommen sahen wir erstmalig den Pazifik! Gigantisch, mit ohrenbeteubendem Lärm knallten die Wellen auf den schwarzen Sand, welch ein Unterschied zum Atlantik!


 

Leider hatten wir mit unserer Unterkunft nicht viel Glück, das Hotel Marlin, von einem Jungen am Strand empfohlen, konnte nur vom Ambiente überzeugen, der Besitzer Roberto, ein Amerikaner aus Miami entpuppte sich als bekennender Techno-Fan, der jeden Tag DJ's aus der Hauptstadt engagierte, die ihre Mixkunst unter Beweis stellten. So erholten wir uns hauptsächlich tagsüber am Strand, die Nacht wurde für uns zum Disco-Tempel!
Roberto lieh uns jedoch täglich sein Quad, mit dem wir die Strände erkundeten und den Sunset genossen. Einer der Hotelbewohner war ein Mitarbeiter der nahen Garnelenzucht Montericos! Als er von unseren kulinarischen Gelüsten hörte, war unser abendliches Mahl gesichert, jeden Tag erreichte uns ein ganzer Kübel Camarones, Silke bewährte sich als Hotelköchin und alle genossen die italienisch angehauchte Kochkunst. Selbst der Hotelhund Pookie kam auf seine Kosten.
An einem Abend lernten wir in einer Bar Arianna kennen, sie wuchs in Guatemala auf, hat einen deutschen Vater und eine italienische Mutter. Sie erzählte uns viel vom Land und deren Menschen, wir verbrachten einen wunderschönen Abend. Am nächsten Tag besuchten wir sie bei Ihrer Tante, die in Monterico ein Hotel betreibt. Hier fühlten wir uns wohl, die Ruhe in der Hotelanlage und des nahen Strandes taten uns gut und wir erholten uns von den Technokonzert der letzten Nacht.
Arianna lud uns zu sich nach Guatemala City ein, sie würde uns gerne die Stadt zeigen und mit uns ein wenig ausgehen. Gerne stimmten wir zu und entschieden uns nach einer Woche, sie in der Hauptstadt Guatemalas zu besuchen. Sie beabsichtigt, nächstes Jahr in Deutschland zu Studieren. Arianna, wir würden uns freuen, wenn du uns besuchen kämest, vielen herzlichen Dank für deine Hilfe und die Bereitschaft, uns Guatemala City aus einer anderen Perspektive zu zeigen.
Derzeit sitzen wir in einem wunderschönen Hotel und denken über den weiteren Reiseverlauf nach, doch davon im nächsten Bericht...

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