Languin, Semuc Champey

Spät am Abend erreichten wir das angeprießene Languin, das nur auf einer Schotterstrasse zu erreichen ist. Steile Auf- und Abfahrten ließen schemenhaft das Terrain erkennen, die Nacht ließ keinen Einblick in die Umgebung zu. Gleich fanden wir bei einer netten Familie eine Unterkunft, die uns auch sogleich ein Abendmahl zubereiteten, hier war die Welt noch in Ordnung, alle Familienmitlglieder waren beteiligt, jeder hatte seine Aufgabe und der kleine Nachzügler wurde liebevoll umsorgt und fand sogleich einen Platz in Silkes Armen. Eine Henne vor unserem Zimmer gab uns den Schutz vor den unangenehmen kleinen Eindringlingen und war schneller als jeder Käfer und naja, was halt alles so rumläuft!
Der nächste Morgen meldete sich mit schönstem Wetter und erlaubte einen Einblick in die fantastische Landschaft dieser Hochebene. Nach dem Frühstück gingen wir in die vielversprechenden Grotten von Languin. Eine unterirdische Schlucht war beleuchtet, man brauchte trittfeste Schuhe, um auf dem Boden nicht auszurutschen. Silke war es ein wenig unheimlich, zeigten sich doch hin und wieder einige der Fledermäuse, die hier zu tausende den Tag verschlafen.
Der Tag gab es noch her, wir setzen uns in unseren Jeep und fuhren in das 9 Kilometer entfernte Semuc Champey, mehrere natürliche Wasserbecken, die sich in einigen Stufen dem Tal nähern. In Languin wird dieses Naturschauspiel selbstbewußt als das 8. Weltwunder benannt. Auf einer extrem schlechten Schotterpiste erreichten wir den Eingang des Nationalparks und genossen nach kurzer Wanderung dieses Wunder, umzäumt von einer einzigartigen Urwaldkulisse. Ok, das Wasser hatte keine Karibik-Temperaturen, trotzdem konnte Christian dem verlockenden Nass nicht nachgeben und stürzte sich in eines der kristallblauen Becken. Wir verbrachten den restlichen Tag an dem Naturschauspiel und kehrten mit wunderschönen Impressionen zurück zu unserer lieben Gastfamilie, die uns für einen Dollar !!! wieder einmal ein zauberhaftes Essen zubereitete!
Am nächsten Tag frühstückten wir wieder mit unserer Zimmerhenne und planten den nächsten Streckenabschnitt, den Atitlan-See!

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