San José II

Erneut fuhren wir San José an, dieses Mal von der Karibik-Küste. Wieder haben wir uns im Costa Rica Backpackers einquartiert und unser Zimmer im Nebengebäude bekommen. Sicher, hätten wir nicht einen Termin gehabt, hätten wir die Stadt ein zweites Mal nicht mehr angefahren. Wir lernten überhaupt keinen Menschen kennen, der - außer Business - den Aufenthalt hier genoss, jeder war wieder froh, aus der Stadt zu kommen.

Bei der ersten Anreise nach San José haben wir uns entschlossen, sollte der Verkauf des Autos möglich sein, die Mittelamerika-Reise hier zu beenden. Tatsächlich haben wir bei vielen Autohändlern angefragt, viele Leute kontaktiert und unseren Jeep, der in Costa Rica eigentlich sehr gefragt ist, angeboten. Fast waren wir verzweifelt, als wir nur Absagen hörten, vor allem der fällige Einfuhrzoll hat viele vor dem Kauf abgeschreckt. Bei Rolf, der ein kleines Lokal in San José betreibt, lernten wir einen Zahnarzt aus Deutschland kennen, der uns schließlich zu einer Adresse verhalf, bei der wir es einmal versuchen könnten. Eric war Autohändler, kaufte Autos aus den USA, Cananda und schaute sich unseren kleinen Jeep an. Nach langen Überlegungen machte er uns ein Angebot, das wir bereit waren anzunehmen.



Sicher, es war ein sehr gutes Auto, es ließ uns während der insgesamt gefahrenen 10.000 Kilometer nicht im Stich und wir fuhren auch trotz schlechtester Strassenverhältnisse keinen Plattfuss. Es eignete sich aber weniger, lange Touren zu fahren, da man nur im Notfall darin übernachten konnte. Das hat uns auf unserer Reise mit unserem Wrangler immer gestört.


 

Unser Auto vor dem Lake Arenal

Mit dem Erhalt des Geldes für unseren treuen Begleiter wünschten wir uns beide wieder etwas mehr Sicherheit, ja, vielleicht auch das Heimweh spielte eine Rolle, dass wir uns nach Tagen dazu entschlossen, zurück nach Europa zu fliegen. Unsere Eltern waren teilweise sehr in Sorge um uns aufgrund der Vorkommnisse in Zentralamerika, die kommenden Unwetter und Naturkatastrophen stimmen uns beide sehr nachdenklich über die bereisten Länder und deren Menschen.

Wir haben mit Wehmut unsere Sachen gepackt, mit dem Verkauf des Autos haben wir extrem an Mobilität verloren. Die Warnungen vieler Reisenden, in dieser Jahreszeit nicht mehr an die Küste nach Manuel Antonio zu fahren, haben wir glücklicherweise nicht ausgeschlagen, viele Traveller kamen ins Backpackers und erzählten von Überschwemmungen und Erdrutschen, von denen sich der Küstenabschnitt lange nicht erholen sollte.

Ein Flug Ticket wurde sensationell günstig erstanden, das uns im Bauch eines Fliegers über Kuba nach Frankfurt bringen sollte, und von dort weiter nach München.

Wir sind nun schon seit einiger Zeit wieder in Europa, viele unserer Freunde haben wir bereits wieder gesehen und denken an die schöne, wenn auch nicht ungefährliche Zeit zurück, die wir in Mittelamerika verbrachten. Wir konnten unsere Erfahrungen sammeln und denken auf jeden Fall daran, den südamerikanischen Kontinent noch einmal extra zu bereisen. Nur wann, das kann derzeit keiner von uns genau sagen.

Derzeit genießen wir die schöne vorweihnachtliche Zeit mit all seinen Vorzügen und Weihnachtsmärkten, freuen uns auf ein wunderschönes Weihnachten und ein rauschendes Sylvesterfest.