Monteverde

Die Fahrt von unserer Unterkunft in Playa Corrillo nach Monteverde gestaltete sich kürzer als gedacht. Wir nutzten die seit 2002 neu gebaute Brücke zur Interamericana, die sich durch ganz Costa Rica schlängelt. Nach wenigen Kilometern führte eine Abzweigung nach Monteverde. 35 Kilometer extrem schlechter Strassen lagen vor uns, das nahm die meiste Zeit in Anspruch.

In Monteverde angekommen quartierten wir uns in der Pension Santa Elena ein, von Lonely Planet vielfach empfohlen, genau im Ortszentrum von Santa Elena. Der Supermarkt und alle Touristenbüros für die vielfachen Aktivitäts-Möglichkeiten lagen unweit des von einem amerikanischen Paar geführten Hostels. Eine super Gemeinschaftsküche, saubere Zimmer, eine Warmwasser-Dusche und endlich geniale internationale Musik (das spanische Gesumse aus dem Radio wurde Christian fast zuviel) genossen mit uns Traveller aus aller Welt, die Bude war immer randvoll belegt.

Monteverde wurde von US-Siedlern im Jahre 1951 urbanisiert, damals zogen 11 Familien aus den Staaten dorthin, um Viehzucht zu betreiben und ein sorgenfreies Leben zu genießen. Erst Ende des 20. Jahrhunderts machte der Ort Furore, der nahe Regenwald und die Vielfalt an Schmetterlingen machte den Ort berühmt, aus allen Ecken der Welt trafen sich Forscher und Biologen ein, die die Spezies erforschten. Schnell wurde eine Geschäftsidee entwickelt, Hotels, Pensionen und Unterkünfte wurden aus dem Boden gestampft, der Regenwald mittels Hängebrücken und Canopy-Seilen für das meist amerikanische Publikum zugänglich gemacht. Ja, es herrscht Karneval-Stimmung in einem Reservat, das sich von anderen Regenwäldern kaum unterscheidet. Und wenn man Tags im Gebrüll der Affen (nicht der eigentlichen Spezies) kaum ein Tier vor's Gesicht bekommt, hat man die Möglichkeit, sich Nachts in geführten Touren durch das Dickicht zu schlagen.
Die Eintrittspreise sind extrem teuer, die Anbieter rivalisieren im Kampf um noch mehr Show, Adrenalin und Highlights. Der Markt gibts her, Monteverde wird angeblich von allen Costa Rica Reisenden angesteuert.

Trotzdem gibt es Möglichkeiten, den Heerschaaren an Touristen zu entgehen, wir haben wunderschöne Trails entdeckt, vom San Luis Waterfall über den Cerro Amigo, mit seinen 1842 Metern Höhe der höchste Berg in der Umgebung Monteverdes oder eine Wanderung nach Las Juntas de Abangares, freilich alles Ziele, die öffentliche Busse nicht ansteuern. Die Landschaft ist phantastisch, wir fühlen uns richtig wohl und so entscheiden wir, insgesamt 4 Tage in Monteverde zu bleiben.

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